Zurück in der Zukunft: CR steigt in die Bundesliga auf

DUISBURG.   Nach 13 Jahren Abstinenz sind die Damen des Club Raffelberg wieder in die Bundesliga aufgestiegen. Das ist für die Zukunft des Vereins wichtig.

Als sich die Spielerinnen in den Armen lagen, dürfte vielen von ihnen gar nicht bewusst gewesen sein, was das für den Club Raffelberg bedeutet. „Für mich“, sagt Susi Wollschläger, die olympische Silbermedaillen-Gewinnerin von 1992, „war es immer so, dass wir in die 1. Liga gehören“, sagte sie, während in ihrer Stimmen Zufriedenheit und Stolz zu hören waren. Und Genugtuung, den Verein dahin zurückgeführt zu haben, wo er lange Zeit spielte. Die Hockey-Damen des Club Raffelberg sind durch das 4:2 (2:0) bei Verfolger Eintracht Braunschweig nach 13 Jahren Abstinenz und einem zwischenzeitlichen Absturz in die Drittklassigkeit wieder in die Bundesliga aufgestiegen.

Vier Aufstiege in zwei Jahren – auf dem Feld und in der Halle – haben dafür gesorgt, dass Duisburgs Damen in beiden Hockey-Disziplinen wieder zu den Besten in Deutschland zählen.

Derweil richtet Wollschläger den Blick schon wieder nach vorne. „Wir werden uns wieder daran gewöhnen müssen, dass es zunächst um den Klassenerhalt gehen wird und wir auch Spiele verlieren werden“, weiß die frühere deutsche Spitzentorhüterin. Und dennoch bedeutet die „doppelte Erstklassigkeit“, dass die Voraussetzungen für die Zukunft im weiblichen Bereich nun ausgesprochen positiv sind. Denn die kontinuierlich hervorragende Jugendarbeit bei den Mädchen hat den CR zum einen in die Lage versetzt, überhaupt erst wieder aufzusteigen. Zum anderen kann der Verein nun den Teufelskreis durchbrechen, dass Toptalente – wie in den vergangenen 13 Jahren oft genug geschehen – den Verein in Richtung eines Erstligisten verlassen. Raffelberg ist nun selbst wieder in der Eliteliga vertreten.

Dass der Aufstieg nun bereits am vorletzten Spieltag beim letztjährigen Erstligisten Braunschweig, der nur zwei Punkte hinter den Duisburgerinnen lauerte, gelang, unterstreicht erneut die Klasse des Teams. Obwohl so viele junge Spielerinnen im Team standen – die, als Raffelberg zuletzt erstklassig war, wohl noch als Knirpse in der Halbzeitpause über den Platz gedüst sind –, machten die Grün-Schwarzen ihre Sache ausgesprochen souverän. „Die Videoanalyse hatte gezeigt, wie stark Braunschweig ist“, sagte Wollschläger. Dennoch übernahm Raffelberg vor zahlreich mitgereisten Fans von Beginn an das Kommando. In der 17. Minute gelang das heiß ersehnte 1:0 durch Berit Liebenehm, ehe Pia Maertens per „argentinischer Rückhand“ mit einem Traumtor auf 2:0 erhöhte (29.). Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte Maertens auf 3:0, ehe Braunschweig im Gegenzug das 1:3 glückte. Die Eintracht wehrte sich nach Kräften, doch Darja Möllenberg packte mit dem 4:1 endgültig den Deckel oben drauf (48.), auch wenn Braunschweig noch einmal verkürzte und mit einer weiteren Feldspielerin statt der Torhüterin anrannte. Letztlich war die Raffelberger Rückkehr in die Bundesliga nicht mehr aufzuhalten.

Eintracht Braunschweig –
Club Raffelberg 2:4 (0:2)

CR: Pia Maertens (2), Liebenehm, Möllenberg

Bericht: Friedhelm Thelen

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